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Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Klimaanpassung

Klimawandel und Klimafolgen in NRW

In Nordrhein-Westfalen macht sich der Klimawandel bereits deutlich bemerkbar. Seit 1881 hat die mittlere Lufttemperatur um 1,4 Grad Celsius zugenommen. Wie sich dieser Klimawandel in NRW bemerkbar macht, erfahren Sie hier.

Klimawandel in NRW

Das Jahr 2014 tritt mit einer durchschnittlichen Temperatur von elf Grad Celsius als wärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn hervor. Damit liegt es zwei Grad Celsius über der langjährigen Durchschnittstemperatur in NRW von neun Grad Celsius. Dies ist vor allem auf die überdurchschnittlich hohe Wintertemperatur von fünf Grad Celsius zurückzuführen, die das langjährige Mittel um 3,3 Grad Celsius übersteigt.

Die jährliche Niederschlagssumme ist in NRW ebenfalls angestiegen, seit 1881 um fast 14 Prozent. Dies ist vor allem auf eine Zunahme des Niederschlags im Winter zurückzuführen. Die Winterniederschläge haben seit 1881 um fast 30 Prozent zugenommen. Auch die Niederschlagsmenge im Frühjahr und Herbst tragen mit jeweils etwa 15 Prozent zum Anstieg bei. Die Menge der Sommerniederschläge hat sich dagegen kaum verändert.

Mit dem digitalen Klimaatlas Nordrhein-Westfalen stellt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW) umfangreiche Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

Klimafolgen in NRW

Die Folgen des Klimawandels sind auch in Nordrhein-Westfalen bereits deutlich zu spüren: So verschiebt sich etwa die Blütezeit von verschiedenen Pflanzenarten spürbar nach vorne, immer mehr fremde Arten werden in NRW heimisch, bei den heimischen Arten werden die wärmeliebenden Arten begünstigt, landwirtschaftliche Aussaattermine werden bereits an den Klimawandel angepasst und die Wassertemperatur im Rhein steigt.

Auf den Mensch wirken sich vor allem die Folgen von Extremereignissen negativ aus: So führen etwa lang anhaltende extreme Temperaturen zu hitzebedingten Krankheiten. Im Hitzesommer 2003 kam es in Deutschland zu etwa 7.000 zusätzlichen Todesfällen. Zudem führten die hohen Temperaturen 2003 zu historischen Tiefstständen an einigen Fließgewässern. Ende September fielen die Rheinpegel in Köln und Düsseldorf auf 79 beziehungsweise 38 Zentimeter. Als Folge musste die Schifffahrt teilweise eingestellt werden; zudem fehlte Wasser für Bewässerungszwecke.

Gegenteilige Verhältnisse waren im Frühsommer 2016 zu beobachten. Lokale Gewitterzellen brachten einzelnen Regionen enorme Regenmengen. In einigen Ruhrgebietsstädten sowie im Großraum Düsseldorf kam es lokal zu Überschwemmungen. Am stärksten betroffen war die Region Niederrhein. In Xanten fielen im Juni 321,2 Liter Regen pro Quadratmeter, in Hamminkeln-Mühlenrott 303,5 Liter pro Quadratmeter – diese Werte übertreffen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) den dort üblichen durchschnittlichen Niederschlag im Juni um mehr als das Vierfache. Studien deuten darauf hin, dass sich die Starkniederschlagszahl in den letzten 60 Jahren erhöht hat. Zukünftig wird vom Weltklimarat IPCC für die mittleren Breiten eine Fortsetzung dieser Tendenz erwartet.

Einige signifikante Werte im Überblick:

  • Mittlere Gewässertemperatur im Rhein: Zunahme seit 1974 um 1,5 Grad Celsius
  • Vegetationszeit: Verlängerung seit 1951 um 15 Tage
  • Waldbrandgefahr: Zunahme der Tage mit hoher Warnstufe seit 1961 um 21 Tage
  • Schneetage: Verringerung am Kahlen Asten seit 1955 um 25 Tage
  • Bodentemperatur: Zunahme um 1,3 Grad Celsius seit 1993 in 5 cm Tiefe

Um die Folgen des Klimawandels für Nordrhein-Westfalen langfristig ermitteln und auswerten zu können, führt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW) seit 2011 ein Klimafolgenmonitoring durch.