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Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

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Minister Remmel: "Unternehmen der Umweltwirtschaft sind Garanten für die Energiewende"

Stationen der Zukunftsenergientour führen zu drei Unternehmen der Umweltwirtschaft in Ostwestfalen

Die Umweltwirtschaft ist eine Wachstumsbranche und stellt somit ein wichtiges Element der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsstruktur dar. Dabei hat sich gerade Ostwestfalen einen hervorragenden Ruf als Standort für Unternehmen dieser Branche erworben. Auf der 48., 49. und 50. Station der Zukunftsenergientour der EnergieAgentur.NRW besuchte NRW-Umweltminister Johannes Remmel daher heute gleich drei Unternehmen auf engstem Raum – in Bielefeld, Verl und Gütersloh.

Mit der Gebr. Tuxhorn GmbH & Co. KG in Bielefeld, der topocare GmbH aus Gütersloh und Verl und der Bio-Circle Surface Technology GmbH in Gütersloh konzentriert sich hier ein großes ökonomisches Potenzial. „Unternehmen wie diese sind gleichermaßen wesentliche Akteure des Klimaschutzes und der Energiewende mit hoher Problemlösungskompetenz, die den Fortschritt in die Energiezukunft maßgeblich mitbestimmen“, so Umweltminister Remmel. Weltweit steigen die Investitionen in die Bereiche Klima-, Ressourcen- und Umweltschutz. Das bedeutet einen wachsenden Markt für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen: „Energiewende und Umweltwirtschaft sind ein zentrales Wachstumsfeld und viele Unternehmen wie diese drei wissen bereits, dass sich mit grüner Technologie hervorragend schwarze Zahlen schreiben lassen“ sagte Minister Remmel weiter.

Unternehmen überall im Land stellen sich mit innovativen Technologien, Verfahren, Produkten und Dienstleistungen von höchster Qualität auf diesen Markt der Zukunft ein. Hier entstehen neue Märkte für Unternehmen der gesamten Wirtschaft in NRW, für große Industrieunternehmen ebenso wie für die kleinen und mittelständische Betriebe, die das Rückgrat der NRW-Wirtschaft sind.

„Nordrhein-Westfalen ist bundesweit der größte Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft. Die Bruttowertschöpfung lag 2014 bei 25,8 Milliarden Euro, die Erwerbstätigkeit hat sich in diesem Wirtschaftszweig in NRW seit 2012 um 8,5 Prozent von rund 320.000 auf fast 346.000 Arbeitsplätze im Jahr 2015 erhöht“, erklärte Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Über ein Drittel aller Unternehmen der NRW-Umweltwirtschaft sind in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz tätig. „Deshalb sind zahlreiche Akteure der Umweltwirtschaft zwangsläufig und selbstverständlich gleichzeitig Akteure der Energiewende und des Klimaschutzes – und in den Netzwerken der EnergieAgentur.NRW aktiv“, so Baumann.

Tuxhorn, Bielefeld
Das Bielefelder Unternehmen Tuxhorn GmbH & Co. KG setzte bereits vor rund 20 Jahren auf Solarthermie, heute führen sie mit neuer Technik Strom und Wärme im Haus zusammen. Die Firma entwickelte ein zukunftsweisendes Baukastensystem für Heizungsanlagen. Heute versteht sich das Unternehmen mit rund 100 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro als Vorreiter im Bereich der Solarthermie und stellt die Weichen für einen modernen und umweltbewussten Umgang mit dem Thema der Erzeugung, Nutzung und Umwandlung von Energie. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen vom OTTI Symposium „Photovoltaische Solarenergie“ mit einem Innovationspreis für eine durchdachte Methode zur thermischen Speicherung von überschüssigem Photovoltaikstrom ausgezeichnet. Warmwasser aus Photovoltaik für den Eigenverbrauch sei vor zehn Jahren noch ein „No-Go“ gewesen, betonte Geschäftsführer Stephan Krebs. Die Einspeisung des erzeugten Stroms schien die wirtschaftlich einzig sinnvolle Verwendung dafür zu sein. Wenn sich heute die Frage stellt, was man mit dem Strom noch machen kann, wenn der eigene Bedarf gedeckt und die Netze voll sind, kann der überschüssige Strom in Wärme umgewandelt werden. In Zukunft könnte die logische Kette „Sonne – Strom – Wärme“ aber auch „Sonne – Strom – E-Auto“ heißen.

topocare, Gütersloh/Verl
Das Unternehmen topocare aus Gütersloh, das die Delegation an ihrem Standort in Verl besuchte, wurde im Oktober 2012 gegründet, es stellt Produkte für den Wasserbau und den intelligenten Hochwasserschutz her. Im Zentrum stehen bei topocare erdstoffgefüllte Geotextilschläuche, die beispielsweise in einen Deichkern eingebaut werden können. Durch die Schläuche kann verhindert werden, dass Material ausgespült wird und der Deich erodiert. „Gerade in Zeiten, in denen Hochwasser in ihrer Intensität und Vorhersehbarkeit unberechenbarer werden, ein wichtiges Element um nicht nur die Küsten, sondern auch die Deiche in NRW zu sichern. Wir liefern dem Deich sozusagen die kugelsichere Weste“, erklärt topocare Geschäftsführer und Gründer Roland Draier. Zum Verlegen von Geotextilschläuchen hat das Unternehmen eine Deichbaumaschine entwickelt. Mit dieser Maschine lassen sich die Schläuche vor Ort aufstapeln. Sie bilden so eine sichere Barriere gegen die Flut. Inzwischen hat topocare sein Geschäftsfeld rund um das Thema Hochwasserschutz erweitert. Gemeinsam mit der Fachhochschule der Wirtschaft aus Paderborn forschen sie an Maschinen, die bei hoher Gefährdung der Einsatzkräfte, beispielsweise bei einem drohenden Deichbruch, selbst ausrücken und die Lage sichern können. topocare wurde 2013 mit dem OWL-Innovationspreis ausgezeichnet.

Bio-Circle, Gütersloh
Die Bio-Circle Surface Technology GmbH in Gütersloh arbeitet seit mehr als 30 Jahren für umweltgerechte, anwenderfreundliche und sichere chemisch-technische Produkte im Bereich Oberflächentechnik. Das Unternehmen macht einen jährlichen Umsatz von rund 28,5 Millionen Euro. 1985 durch Ulrich Berens gegründet, hat sich die Firma im Laufe der Jahre zu einem international operierenden Unternehmen mit rund 160 Mitarbeitern in Deutschland entwickelt. „Intelligenter Umgang mit Ressourcen ist nicht nur für unseren Standort in Gütersloh ein wichtiger Faktor. Mit unseren innovativen Ideen möchten wir die Arbeitsplätze unserer Kunden sicherer und nachhaltiger gestalten, indem wir Lösemittel ersetzen, Gefahrstoffe reduzieren und durch Kreislaufführung nachhaltig mit den Ressourcen umgehen“, so Anne-Catrin Schürer, Prokuristin der Bio-Circle Surface Technology GmbH. Mit einer internen Entwicklungsabteilung und in Kooperation mit der Universität Bielefeld wird an zukunftsorientierten Projekten und Aufgabenstellungen im Bereich „Umweltschutz“ und „Biotechnologie“ sowie der „Oberflächenchemie“ gearbeitet. Die Niedrigtemperaturreiniger von Bio-Circle sind zum Beispiel für den maschinellen Einsatz entwickelt, sie sparen Energie, indem sie Verschmutzungen bereits bei Raumtemperatur entfernen.